Newsletter / Mai 26 / Ärgere Dich! Oder auch nicht.
Stell Dir vor, Dein neuer Kollege, direkt von der Uni, Ende 20 und noch unbeschlagen, meistert seine Sache schon recht gut. Trotzdem hast Du den Eindruck, er wird unsicher, wenn Du ihm einen Tipp gibst oder ihn auf ein Problem aufmerksam machst. Fast ängstlich kommt er Dir dann vor. Aber warum? Du hast ja gar nichts Schlimmes gesagt? Oder?
Blitzschnell tauchen in Deinem Kopf Gedanken auf wie „Jetzt sagt er wieder nichts“ oder „Wieso guckt er denn so bedröppelt?“ Und so weiter und so fort. Das sind erste Reizformulierungen, die Dich weiter aufheizen könnten. Wenn Du sie lässt.
Vielleicht spürst Du außerdem auch auf körperlicher Ebene, dass etwas nicht stimmt. Weil Dir beispielsweise heiß oder kalt wird, Deine Lippen anfangen, irgendetwas nervöses zu machen und Du gleich darauf im Flur hörbar laut ausatmest … Anzeichen einer beginnenden Schieflage. Du steckst ziemlich wahrscheinlich im Konflikt-Modus. Dein Ärgern kann beginnen.
Ärgere Dich! Oder auch nicht
Gehen oder bleiben ist Deine Entscheidung und das ist die wirklich gute Nachricht. Ärgere Dich – oder eben auch nicht – Du hast stets die Wahl, unter oder über der Ärger-Linie zu reagieren. Du kannst Unterschiede ablehnen oder anhören. Die Situation kann Dich empören oder interessieren.
„Ich denke sowieso mit dem Knie“
Manche reagieren auf Worte, andere auf die Stimme oder auf die Körpersprache: Was machen Arme, Hände, legt sich der Kopf schief, wird der Blick weit oder eng? Fortgeschrittene WahrnehmungsmeisterInnen achten auf alle Signale und sind damit meist im Vorteil.
Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und viel Übung kann es auch Dir gelingen, auf vielen Ebenen wahrzunehmen. Wem das nützt? Dir und Deinen KonfliktpartnerInnen. Denn wer eine Verstimmung im Frühstadium wahrnimmt, hat die Chance, einen drohenden Konflikt auszubremsen und gar nicht erst entstehen zu lassen. Wow, das spart Energie! Das schont die Nerven, schafft Entfaltungsraum, stärkt das Team und sorgt für ein gutes Büro-Klima.
Goodbye Drama, Hello Joy!
Natürlich spielt Deine Tagesform immer eine Rolle. Mal bist Du aufgeräumter, mal in Ungeduld.
So kannst Du mit Deiner Wahrnehmung auch mal falsch liegen und denken „Jetzt sagt er wieder nichts, der Schmoller.“ Dabei will die Person nur in Ruhe über das Gesagte nachdenken.
Irrungen gehören zum Menschsein, doch wer nichts wagt, hat eben schon verloren.
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Diese schnell wirksamen Konflikt-Kniffe gibts für meine LeserIn natürlich gratis.
Bis zum nächsten Mal und herzlich wie immer
Deine Judith
klimaphilosophen.de
P.S. Zwei schöne Fundstücke
Denken mit dem Knie. Hommage an Joseph Beuys / Videokunst
Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen, Paul Watzlawick (1986)

